Frauen Union Landesverband Oldenburg

Veranstaltung „Medizin Vernetzt“: Innovative Ansätze für die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum

Rastede. Die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum stand im Mittelpunkt der Informationsveranstaltung „Medizin Vernetzt“, zu der die Frauen Union Ammerland eingeladen hatte. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen und innovative Lösungsansätze für die medizinische Versorgung der Zukunft zu informieren.

„Die hausärztliche Versorgung in vielen Gemeinden befindet sich im Umbruch, und die Auswirkungen einer drohenden Unterversorgung sind bereits deutlich spürbar“, betonte Dr. Nicolaus Schumacher von „Medizin vernetzt“ in seinem Vortrag. Die Situation werde sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Insbesondere die bevorstehenden Ruhestandswellen der Babyboomer-Generation würden zusätzliche Versorgungslücken entstehen lassen. Bereits heute seien Ärztinnen und Ärzte, die sich niederlassen möchten, eher die Ausnahme. Junge Medizinerinnen und Mediziner bevorzugten zunehmend die Arbeit in Teams und entschieden sich häufiger für eine Anstellung statt für die Selbstständigkeit in einer eigenen Praxis.

Auch der von der niedersächsischen Landesregierung initiierte Zehn-Punkte-Plan zur Sicherung der medizinischen Versorgung werde seine Wirkung voraussichtlich erst langfristig entfalten. Umso wichtiger seien neue und zukunftsorientierte Konzepte, die kurzfristig und nachhaltig zur Verbesserung der Versorgung beitragen können.

Das Unternehmen „Medizin Vernetzt“ stellte hierzu ein umfassendes Konzept vor, das die ambulante Versorgung proaktiv gestalten soll. Als Partner der Kommunen bietet das Unternehmen drei ineinandergreifende Bausteine an:

  • MVZ (Medizinische Versorgungszentren) in the Box – Aufbau einer kommunalen MVZ-Struktur ohne Investitionskosten für den Bau,
  • MVZ as a Service – ein Full-Service-Betreibermodell zur Entlastung der Kommunen,
  • Care Connect – eine digitale Plattform zur Vernetzung von Ärztinnen und Ärzten, Patientinnen und Patienten sowie den Kommunen.

Der Lösungsansatz umfasst sämtliche für den Betrieb eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) erforderlichen Aspekte – von der Immobilie über die Prozessgestaltung bis hin zur digitalen Infrastruktur. Ziel ist es, Kommunen bei der Sicherung der medizinischen Versorgung aktiv zu unterstützen und moderne Versorgungsstrukturen zu schaffen.

Die Vorsitzende der Frauen Union Ammerland, Corinna Martens, zeigte sich erfreut über die große Resonanz der Veranstaltung: „Wir bedanken uns herzlich für das große Interesse und die rege Beteiligung. Uns wurden konkrete Möglichkeiten zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum vorgestellt. Mit einigen Ansätzen aus dem Vortrag können wir gut weiterarbeiten. Gerade der ‚Telemedizinkoffer‘ kann im ländlichen Raum hilfreich sein und neue Wege der medizinischen Versorgung eröffnen. Durch digitale und innovative Lösungen können die bestehenden Herausforderungen aktiv angegangen werden. Hier werden wir als Frauen Union Ammerland ansetzen.“

Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Sicherung der hausärztlichen Versorgung eine der zentralen Zukunftsaufgaben im ländlichen Raum bleibt. Innovative Konzepte und die enge Zusammenarbeit von Kommunen, medizinischen Einrichtungen und digitalen Anbietern können dabei wichtige Bausteine für eine wohnortnahe und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung sein.