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05.10.2011 - Übersicht | Drucken

Offene Landesvorstandssitzung der Frauen Union

Dorothee Jürgensen, Gewerkschaftssekretärin, referiert beim Landesverband Oldenburg der Frauen Union zum Thema prekäre Arbeitsverhältnisse am 5. Oktober 2011 im Hotel Wardenburger Hof



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„Müssen Frauen für Hungerlöhne arbeiten?“ diese Frage stellte Marlies Hukelmann, die Landesvorsitzende der Frauen Union in Oldenburg in einer offenen Vorstandssitzung  im Hotel Wardenburger Hof in Wardenburg. Da das Thema faire Löhne auch auf dem Bundesdelegiertentag der Frauen Union Ende Oktober aufgegriffen wird, sollte der Vortrag der Gewerkschaftssekretärin Dorothee Jürgensen aus Wilhelmshaven Informationen bieten und Anstoß zur weiteren parteiinternen Diskussion bieten.
„Erschreckend ist, dass gut eine Million Deutsche weniger als 5 Euro pro Stunde verdienen. Im Niedriglohnbereich arbeiten ca. 11% der Männer, aber über 44% der Frauen.“ Diese Aussage der Referentin stand am Anfang ihrer Arbeitsmarktanalyse und erschreckte die Zuhörerinnen deutlich.  Wenn auch die Zahl der Arbeitsplätze zugenommen habe, so sei dies leider ein Zuwachs im Niedriglohnbereich und bei den Minijobs, so Jürgensen. Hier seien wiederum die Frauen besonders stark betroffen, denn mehr als die Hälfte aller Frauen würde im Niedriglohnbereich arbeiten. „Der Niedriglohnbereich war als Einstieg für Minderqualifizierte gedacht“, so die Gewerkschaftssekretärin, „er  wird aber heute vielfach von besonders qualifizierten Frauen und von jungen Leuten genutzt, zieht sich durch alle Bereiche und wird zur Dauerlösung für viele. Die Alarmglocken müssen schrillen, weil durch den Niedriglohn die Binnennachfrage leidet und die Volkswirtschaft gefährdet ist.“ Die geringfügige Beschäftigung bis zu 400€ sei im Einzelhandel, im Gastgewerbe und im Gesundheitswesen besonders stark gestiegen. So fließe kein Euro in die Rentenkasse und man dürfen sich in Zukunft nicht über Altersarmut wundern. Ca. 9 Millionen Deutsche würden in Teilzeit arbeiten, davon wünschen sich 1,9 Millionen eine Vollzeitarbeit. Durch das gewandelte Frauenbild müssten in der Mehrzahl Frauen als sogenannte Aufstocker zusätzlich zur Teilzeitarbeit Arbeitslosengeld II in Anspruch nehmen. Grundsätzlich würden Frauen bei gleicher Arbeit und Qualifikation 23% weniger verdienen als Männer.
In der anschließenden Diskussion wurde der Teufelskreis zwischen niedrigen Preisen und niedrigen Löhnen beklagt. Auch die Vereinbarung von Familie und Beruf und die Sozialversicherungspflicht müsse weiterhin auf der Liste der politischen Forderungen für die Frauen Union stehen, so Marlies Hukelmann, schließlich seien die Frauen nicht mehr die Hinzuverdiener und müssten sich deshalb auch vor Altersarmut schützen.


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